Gestern, am 15.04.2026, ist „#aufjepasst“ in Sachsen-Anhalt gestartet – eine Verkehrssicherheitskampagne, die es in nur drei Monaten von der ersten Idee bis zur landesweiten Ausspielung geschafft hat.

Das war sportlich. Aber genau solche Projekte zeigen ganz gut, wie Kampagnen heute funktionieren. Es geht längst nicht mehr nur um klassische Kommunikation. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus klarer Strategie, starker Idee, sauberer Umsetzung und den richtigen Tools zur richtigen Zeit.

Der Startpunkt

Der Startschuss fiel im Januar auf Basis eines umfangreichen Briefings vom ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt, der AGFK und dem Ministerium für Infrastruktur und Digitales Sachsen-Anhalt. Erreicht hat uns das Ganze bereits im November, mitten im Jahresendspurt.

Gesucht wurde eine Verkehrssicherheitskampagne, die Menschen im Alltag erreicht – ohne erhobenen Zeigefinger, ohne Schockbilder. Stattdessen: eine Lösung, die erinnert statt belehrt.

Unsere Aufgabe war klar: eine Idee entwickeln, die auffällt, sofort verständlich ist und im Kopf bleibt – über alle Kanäle hinweg, von Out-of-Home bis Social Media.

Mit unserem Ansatz konnten wir uns im Pitch erfolgreich durchsetzen und die Kampagne ganzheitlich umsetzen.

Die Botschaft dahinter

Im Kern geht es um den alltäglichen Straßenverkehr, der allein in Sachsen-Anhalt jedes Jahr bis zu 70.000 Verkehrsunfälle verursacht. Damit gehört das Bundesland zu den Regionen mit besonders vielen Unfällen.

Die meisten dieser Fehler entstehen jedoch nicht aus Absicht, sondern durch Unaufmerksamkeit, falsch abgespeichertes Wissen oder Regeln, die mit der Zeit in Vergessenheit geraten.

Genau hier setzt die Kampagne an.

Ein zentrales Beispiel ist der Schulterblick beim Abbiegen. Eine kleine Bewegung, die viele kennen, aber nicht immer konsequent umsetzen. Und genau diese Bewegung entscheidet im Zweifel.

Die Motive übersetzen das bewusst anders: Statt klassischer Verkehrsszenen entstehen Bilder, die kurz irritieren, dann erinnern und durch bekannte Redewendungen ergänzt werden. So entsteht ein Zugang, der hängen bleibt, ohne zu belehren.

Die Giraffe am Autofenster ist dafür wahrscheinlich das bekannteste Beispiel 
 „Da kriegt man sooo’n HALS.“

Von der Idee zur Kampagne

Vom Pitch im Januar bis zum Kampagnenstart im April ist eine komplette Kampagne entstanden – von der Konzeption über Gestaltung und Produktion bis hin zu Mediaplanung und Ausspielung im gesamten Bundesland.

Ein entscheidender Faktor dabei war der Einsatz von KI in der Kreation.

Wir arbeiten bewusst mit aktuellen und leistungsfähigen Bild-Engines, um die hohen Anforderungen an Stil, Qualität und Konsistenz der Motive umzusetzen. Gerade bei einer Kampagne, die gleichzeitig im öffentlichen Raum, auf Social Media und digital ausgespielt wird, ist das entscheidend.

Im Projektverlauf konnten wir so Motive schnell iterieren, weiterentwickeln und eine durchgängige visuelle Linie über alle Formate hinweg sicherstellen.

Ausspielung im ganzen Bundesland

Seit Mitte April ist „#aufjepasst“ in Sachsen-Anhalt sichtbar – pünktlich zum Start der Fahrradsaison.
Die Kampagne läuft bis zum Jahresende und wird über mehrere Kanäle ausgespielt sowie in Wellen weiterentwickelt. Das heißt: Weitere Motive folgen.

Zum Einsatz kommen unter anderem:

  • Out-of-Home-Flächen wie Plakate und ÖPNV
  • digitale Maßnahmen und Social Media
  • sowie Landingpages und Partnernetzwerke

Genau dieses Zusammenspiel sorgt dafür, dass die Botschaft im Alltag ankommt.

Was wir daraus mitnehmen

Das Projekt zeigt ziemlich klar, wohin sich Kampagnen entwickeln: Geschwindigkeit wird immer wichtiger, KI verändert Arbeitsweisen spürbar und Kampagnen müssen integriert gedacht werden.

Aktuell sehen wir den KI Einsatz im Bereich der Kreativwirtschaft weniger als Bedrohung und mehr als Chance, die Grenzen des Möglichen (und Bezahlbaren) stark zu verschieben. Wer glaubt, dass zukünftig der Promt "Bau mir mal ne Kampagne und poste automatisch dies und das" mal eben reichen wird, hat sich mit der Komplexität von menschlicher Kommunikation nicht im Ansatz beschäftigt. Aber wer schonmal Tage in Stock-Bibliotheken und danach Tage mit Photoshop für eine Handvoll Motive verbracht hat, feiert die Möglichkeiten der neuen KI-Tools. Und darum geht es, kein billiger KI-Spam sondern Yetis im Schulbus und Einhörner in der Altmark!

Und am Ende bleibt trotzdem das Entscheidende: Die Idee muss funktionieren.

Dranbleiben!

Auf der Landingpage werden nach und nach weitere Motive und Inhalte ergänzt.

www.aufjepasst.de

Auch ein Blick auf die Social-Kanäle lohnt sich – beim ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt sowie beim Ministerium wird die Kampagne laufend begleitet.

ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt

Ministerium für Infrastruktur und Digitales Sachsen-Anhalt